Helfen elektronische oder robotergestützte Gehtrainingsgeräte Menschen nach einem Schlaganfall, besser zu gehen?
Die Übersichtsarbeit untersuchte, ob elektromechanisch- und robotergestütztes Gangtraining im Vergleich zur Physiotherapie (oder zur Standardversorgung) die Gehfähigkeit von Erwachsenen nach einem Schlaganfall verbessert.
Sekundäre Ziele
Zudem wurde geprüft, ob diese Therapieform im Vergleich zur Physiotherapie (oder Standardversorgung) nach einem Schlaganfall die Gehgeschwindigkeit, die Gehstrecke, die Akzeptanz der Behandlung und die Gesamtsterblichkeit bis zum Ende der Interventionsphase beeinflusst
Wert von 4 oder 5 zeigte an, dass die Betroffenen auf einer Strecke von 15 Metern – gegebenenfalls unter Nutzung von Hilfsmitteln wie Gehstöcken – selbstständig gehen konnten. Ein FAC-Wert unter 4 zeigte eine Abhängigkeit beim Gehen an (erforderliche Beaufsichtigung oder Unterstützung beim Gehen).
Zu den weiteren Endpunkten gehörten die Gehgeschwindigkeit, die Gehstrecke (6-Minuten-Gehtest) sowie die Anzahl der Studienabbrüche.
Für die Metaanalyse nutzten die Autoren Zufallseffektmodelle (random effects models). Diese Modelle berücksichtigen, dass die eingeschlossenen Studien
sich hinsichtlich ihrer Ergebnisse und Rahmenbedingungen unterscheiden können. Dadurch wird angenommen, dass die wahren Effekte von Studie zu Studie variieren, was eine realistischere Schätzung des Gesamteffekts ermöglicht, wenn Heterogenität zwischen den Studien vorliegt.
Die Evidenzsicherheit wurde nach dem GRADE-Ansatz (Grading of Recommendations, Assessment, Development and Evaluation) bewertet. Dieses international anerkannte System bewertet die Vertrauenswürdigkeit der Gesamtevidenz auf Basis mehrerer Kriterien wie Studienqualität, Inkonsistenz der Ergebnisse, indirekte Evidenz, Ungenauigkeit und Publikationsbias. Das Ergebnis ist eine Einordnung der Evidenz in vier Stufen: hoch, moderat, niedrig oder sehr niedrig.
Das 95 %-Konfidenzintervall reicht von 1,21 bis 2,25, was bedeutet, dass der wahre Effekt mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb dieses Bereichs liegt. Der p-Wert von 0,001 zeigt eine statistisch signifikante Überlegenheit der Intervention. Die Heterogenität zwischen den Studien war moderat (I² = 31 %), was auf relativ gut vergleichbare Studienergebnisse hinweist. Insgesamt basieren diese Resultate auf 51 Studien mit insgesamt 2.148 Teilnehmern. Die Evidenz wurde gemäß dem GRADE-Ansatz als moderat sicher eingestuft, was bedeutet, dass ein weiterer Forschungsbedarf besteht, die Ergebnisse jedoch insgesamt sehr zuverlässig sind.
Hinsichtlich der Gehgeschwindigkeit ergab sich kein klinisch bedeutsamer Unterschied zwischen den Gruppen. Zwar zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied mit einer mittleren Differenz (MD) von 0,05 Metern pro Sekunde zugunsten der elektromechanisch-assistierten Gangtherapie (95 %-Konfidenzintervall 0,02 bis 0,08; p < 0,001; I² = 58 %; 73 Studien mit insgesamt 3043 Teilnehmern), doch fällt dieser Zuwachs in der Geschwindigkeit eher gering aus und dürfte für die meisten Betroffenen
im Alltag keine spürbare Verbesserung der Gehfunktion darstellen. Die Evidenz wurde als moderat sicher bewertet.
Auch bei der zurückgelegten Gehstrecke im 6-Minuten-Gehtest zeigte sich kein relevanter klinischer Unterschied. Die durchschnittlich zusätzlich zurückgelegte Strecke lag bei 11 Metern (MD 11 Meter; 95%-Konfidenzintervall 1,8 bis 20,3 Meter; p = 0,02; I² = 43%; 42 Studien mit 1966 Teilnehmern). Obwohl dieser Unterschied statistisch signifikant war, bleibt der tatsächliche Zugewinn auch hier auf einem Niveau, das im praktischen Alltag der Betroffenen voraussichtlich nur eine geringe oder keine spürbare Verbesserung bedeutet. Die Evidenz hierzu wurde mit hoher Sicherheit eingestuft.
Hinsichtlich der Therapietreue und Sicherheit zeigte sich, dass die elektromechanisch-assistierte Gangtherapie weder die Wahrscheinlichkeit eines Studienabbruchs noch das Risiko einer Todesfolge im Vergleich zur Physiotherapie oder Standardversorgung veränderte. Für diese Endpunkte lag eine Evidenz mit hoher Sicherheit vor.
Auch bei Gehgeschwindigkeit (MD 0,05 m/s; 95%-KI −0,03 bis 0,13; p = 0,22; I² = 66%; 17 Studien; 857 Teilnehmer; Evidenz mit moderater Sicherheit) und Gehstrecke (MD 9,6 Meter; 95%-KI −14,6 bis 33,7; p = 0,44; I² = 53%; 15 Studien; 736 Teilnehmer; Evidenz mit moderater Sicherheit) ergaben sich keine signifikanten Unterschiede.
Die Forscher weisen darauf hin, dass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden sollten. Zum einen wurden in einigen Studien auch Personen eingeschlossen, die bereits zu Studienbeginn selbstständig gehen konnten. Zum anderen bestanden zwischen den Studien Unterschiede hinsichtlich der eingesetzten Geräte, der Behandlungsdauer und der Therapiefrequenz.
Für die zukünftige Forschung empfehlen die Autoren groß angelegte, praxisnahe Phase-3-Studien, um insbesondere Fragen zur optimalen Behandlungsfrequenz, Therapiedauer und zur Nachhaltigkeit der erzielten Effekte gezielter untersuchen zu können. Darüber hinaus sollte der Zeitpunkt der Intervention im Verlauf nach dem Schlaganfall in zukünftigen Studien verstärkt berücksichtigt werden.
- Mehrholz J, Kugler J, Pohl M, Elsner B. Electromechanical-assisted training for walking after stroke. Cochrane Database of Systematic Reviews 2025, Issue 5. Art. No.: CD006185. DOI: 10.1002/14651858.CD006185.pub6. https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD006185.pub6/full
Verwandte Inhalte
Nachricht senden.
THERA-Trainer bietet innovative Rehabilitationstechnologien mit preisgekröntem Design für eine Therapie auf dem neuesten Stand der Technik. Jedes Produkt für sich ist leistungsstark, aber die wahre Magie geschieht, wenn sie zusammen verwendet werden. Sowohl in der Klinik als auch zu Hause.
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.