Wie die Extrakorporale Stoßwellentherapie in Kombination mit Bewegungstraining einem Patienten mit einer hartnäckigen Oberschenkelfraktur zur vollständigen Heilung verhelfen kann
Im Fall des Patienten wurde einmal pro Woche über 23 Wochen hinweg ESWT durchgeführt. Zusätzlich erhielt er Low-Intensity Pulsed Ultrasound (LIPUS) – eine niederfrequente Ultraschallbehandlung, die die Knochenheilung ebenfalls unterstützen kann.
Nach 23 Wochen war der Erfolg sichtbar: Röntgenbilder zeigten eine vollständige Kallusbildung. Der Bruch war vollständig verheilt, der Patient kehrte in seinen Alltag zurück.
Vorteile der Kombinationstherapie mit dem THERA-Trainer
Die Kombination von Stoßwellentherapie (ESWT) mit gezielter Bewegungstherapie auf dem THERA-Trainer bietet bei der Behandlung von Nonunion-Frakturen mehrere synergistische Vorteile:
• Frühfunktionelle Mobilisierung
Schonende, geführte Bewegungen fördern die Durchblutung im betroffenen Bereich, was essenziell für die Migration von Stammzellen und die Knochenregeneration ist.
• Stimulation des Knochenstoffwechsels
Mechanische Reize durch aktive Bewegung verstärken die osteogene Wirkung der Stoßwellen, regen den Knochenstoffwechsel zusätzlich an und unterstützen die Kallusbildung.
• Erhalt von Muskelkraft und Gelenkfunktion
Durch den frühzeitigen Einsatz des THERA-Trainers werden Muskelatrophie und Gelenkversteifungen vermieden. Der Patient bleibt leistungsfähiger und profitiert insgesamt von einer besseren Rehabilitation.
• Psychologische Stabilität
Aktive Beteiligung an der Therapie steigert die Motivation und das Vertrauen der Patienten in den Heilungsverlauf. Dies kann sich positiv auf den gesamten Rehabilitationsprozess auswirken.
• Reduziertes Komplikationsrisiko
Die Kombinationstherapie kann helfen, invasive Nachfolgeoperationen zu vermeiden und das Komplikationsrisiko insgesamt zu senken.
In Studien zeigen sich Erfolgsraten zwischen 54% und 98% – je nach Frakturtyp, Lokalisation und Behandlungszeitpunkt. Besonders bei sogenannten hypertrophen Nonunions, bei denen noch gewisse biologische Heilungspotenziale vorhanden sind, zeigt ESWT vielversprechende Resultate. Bei atrophen Nonunions, wie im vorliegenden Fall, ist der Erfolg bislang seltener – umso bemerkenswerter ist der hier dokumentierte Heilungsverlauf.
Gleichzeitig zeigt dieser Fallbericht, dass der Therapieerfolg oft von der Kombination verschiedener Methoden abhängt: Stoßwellen, Ultraschall, Nahrungsergänzung und gezielte Bewegungstherapie mit Hilfsmitteln wie dem THERA-Trainer ergänzen sich ideal.
bei Nonunion
Eine systematische Übersichtsarbeit von Sansone et al.
wertete 23 Studien zur Anwendung der extrakorporalen
Stoßwellentherapie (ESWT) bei Nichtheilung von Röhrenknochen aus. Die wichtigsten Ergebnisse:
Heilungsraten:
Insgesamt heilten 73% der Nonunion-Fälle nach ESWT.
Hypertrophe Nonunions zeigten eine bis zu dreifach höhere Erfolgsrate im Vergleich zu oligotrophen oder atrophen Fällen.
Erfolg nach Knochenregion:
• Mittelfußknochen (Metatarsalia): 90%
• Schienbein (Tibia): 75,5%
• Oberschenkelknochen (Femur): 66,9%
• Oberarmknochen (Humerus): 63,9%
Behandlungszeitpunkt entscheidend:
Je kürzer der Zeitraum zwischen Verletzung und Beginn der Stoßwellentherapie, desto höher die Heilungschance (p < 0,02).
Langfristiger Therapieerfolg:
Sechs Monate Nachbeobachtung reichen oft nicht aus. In vielen Studien zeigten sich weitere Heilungsfortschritte auch noch deutlich später (p < 0,01).
Fazit:
ESWT stellt eine vielversprechende, nicht-invasive Therapieoption bei Nonunion dar. Die optimalen Behandlungsprotokolle sind derzeit noch Gegenstand weiterer Forschung.
- Tandiono T, Mintarjo J, Nugroho N (2025). Successful Treatment of a Nonunion Fracture of the Femur With Extracorporeal Shockwave Therapy: An Evidence-Based Case Report. Cureus 17(5): e84138. DOI: 10.7759/cureus.84138
- https://assets.cureus.com/uploads/case_report/pdf/365090/20250516-192633-dqo9mr.pdf
- Sansone V, Ravier D, Pascale V, Applefield R, Del Fabbro M, Martinelli N. Extracorporeal Shockwave Therapy in the Treatment of Nonunion in Long Bones: A Systematic Review and Meta-Analysis. J Clin Med. 2022 Apr 1;11(7):1977. doi: 10.3390/jcm11071977. PMID: 35407583; PMCID: PMC8999664.
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