THERAPIE & PRAXIS
Leitlinienorientierte Therapie
Wie die Lyra im SRH Gesundheitszentrum Waldbronn die Gangrehabilitation neu definiert
Anja Röck
Physiotherapeutin (B.Sc.)
Nach einem Schlaganfall ist das Wiedererlangen der Gehfähigkeit für viele Patient:innen das zentrale Ziel ihrer Rehabilitation. Wissenschaftlich ist eindeutig belegt, was dafür notwendig ist: Die ReMoS-Leitlinie empfiehlt 500 bis 1.000 Schritte pro Therapieeinheit, um einen wirksamen motorischen Lernprozess anzustoßen. Für Patient:innen bedeutet das intensive Wiederholung, Sicherheit im Training und spürbare Fortschritte. Genau hier setzte das Ganglabor vom SRH Gesundheitszentrum Waldbronn an – mit dem klaren Anspruch, evidenzbasierte Therapie für Patient:innen tatsächlich erlebbar zu machen.
Mit der lyra können wir Patient:innen fördern, die früher kaum aktiv trainieren konnten. Sie erreichen Bewegungsziele, die vor Kurzem noch unerreichbar schienen.
Vor Einführung des Ganglabors war diese Evidenz im Reha-Alltag jedoch nur eingeschränkt umsetzbar. Die manuelle Sicherung der Patient:innen bedeutete eine enorme körperliche Belastung für die Therapeut:innen und band viele personelle Ressourcen, da häufig zwei bis drei Fachkräfte nötig waren, um stark zu stützen, das Bein nach vorne zu führen und gleichzeitig das Sturzrisiko permanent im Blick zu behalten. Die Trainingsintensität blieb begrenzt. Für Patient:innen hatte das konkrete Folgen: zu wenige Schritte, langsamerer Fortschritt, geringere Selbstwirksamkeit. Aus Patient:innensicht klaffte eine Lücke zwischen dem, was helfen würde und dem, was möglich war.
Das SRH Gesundheitszentrum Waldbronn: Ein Ganglabor für moderne Rehabilitation
Das SRH Gesundheitszentrum Nordschwarzwald hat sich zur Aufgabe gemacht, die Gehfähigkeit der Rehabilitand:innen zu fördern – für mehr Selbstständigkeit und aktive Teilhabe am Leben. Eng orientiert an den Grundlagen des motorischen Lernens wurde ein Ganglabor eingerichtet: Es ist mit speziellen Laufbändern in einem eigenen Therapieraum ausgestattet und ermöglicht eine zielgerichtete, moderne Gangrehabilitation.
Ein zentraler Bestandteil ist die THERA-Trainer Lyra, ein Endeffektor-Gangtrainer, welcher klassische Einzel- und Gruppenphysiotherapie ergänzt. Sie ermöglicht intensives, effizientes und sicheres Gangtraining besonders für nicht gehfähige Patient:innen.
Die Wirkung ist messbar und für Patient:innen unmittelbar spürbar. Die Auswertung der bisherigen Behandlungen zeigt: Bereits in der ersten Trainingseinheit werden mit der Lyra im Durchschnitt 562 Schritte erreicht, in der siebten Einheit über 1.000 Schritte. Damit erfüllen Patient:innen nicht nur die Leitlinie – sie übertreffen sie.
Vor Einführung des Ganglabors lagen diese Werte bei rund 40 Schritten in der ersten Einheit und etwa 60 Schritten in der siebten Einheit. Für Patient:innen ist dieser Unterschied entscheidend. Die hohe Schrittzahl ermöglicht den motorischen Lernprozess, steigert die Gehökonomie und stärkt das Vertrauen in den eigenen Körper. Sichtbare Fortschritte wirken motivierend und erhöhen die aktive Beteiligung an der Therapie, ein zentraler Faktor für nachhaltige Genesung.
Dank der Lyra benötigt das Team deutlich weniger körperlichen Aufwand. Es ist kein mühsames Stützen oder Führen mehr nötig. Die Patient:innen können schnell und sicher im Gerät positioniert werden und die Geräteeinstellungen lassen sich einfach und intuitiv vornehmen. So entsteht wertvoller Handlungsspielraum für gezielte Motivation der Patient:innen, unmittelbares positives Feedback zu ihren erreichten Schrittzahlen und die Förderung des motorischen Lernens – mit spürbar höherer Therapiesinnhaftigkeit und Motivation.
Auf der Lyra gehen Patient:innen nicht einfach nur, vielmehr passen Therapeut:innen klug und individuell Parameter wie Gewichtsentlastung, Schrittlänge und -frequenz an. Durch progressive Steuerung im Sinne eines Shapings werden Einheiten hocheffektiv gestaltet: Jede Anpassung vermeidet Über- oder Unterforderung und optimiert den Trainingsnutzen.
Ein zentraler Bestandteil ist die THERA-Trainer Lyra, ein Endeffektor-Gangtrainer, welcher klassische Einzel- und Gruppenphysiotherapie ergänzt. Sie ermöglicht intensives, effizientes und sicheres Gangtraining besonders für nicht gehfähige Patient:innen.
Die Wirkung ist messbar und für Patient:innen unmittelbar spürbar. Die Auswertung der bisherigen Behandlungen zeigt: Bereits in der ersten Trainingseinheit werden mit der Lyra im Durchschnitt 562 Schritte erreicht, in der siebten Einheit über 1.000 Schritte. Damit erfüllen Patient:innen nicht nur die Leitlinie – sie übertreffen sie.
Vor Einführung des Ganglabors lagen diese Werte bei rund 40 Schritten in der ersten Einheit und etwa 60 Schritten in der siebten Einheit. Für Patient:innen ist dieser Unterschied entscheidend. Die hohe Schrittzahl ermöglicht den motorischen Lernprozess, steigert die Gehökonomie und stärkt das Vertrauen in den eigenen Körper. Sichtbare Fortschritte wirken motivierend und erhöhen die aktive Beteiligung an der Therapie, ein zentraler Faktor für nachhaltige Genesung.
Dank der Lyra benötigt das Team deutlich weniger körperlichen Aufwand. Es ist kein mühsames Stützen oder Führen mehr nötig. Die Patient:innen können schnell und sicher im Gerät positioniert werden und die Geräteeinstellungen lassen sich einfach und intuitiv vornehmen. So entsteht wertvoller Handlungsspielraum für gezielte Motivation der Patient:innen, unmittelbares positives Feedback zu ihren erreichten Schrittzahlen und die Förderung des motorischen Lernens – mit spürbar höherer Therapiesinnhaftigkeit und Motivation.
Auf der Lyra gehen Patient:innen nicht einfach nur, vielmehr passen Therapeut:innen klug und individuell Parameter wie Gewichtsentlastung, Schrittlänge und -frequenz an. Durch progressive Steuerung im Sinne eines Shapings werden Einheiten hocheffektiv gestaltet: Jede Anpassung vermeidet Über- oder Unterforderung und optimiert den Trainingsnutzen.
Von Schlaganfall bis Querschnittlähmung – lyra erweitert die Grenzen der Neurorehabilitation
Die Lyra zeigt ihr therapeutisches Potenzial weit über den Einsatz in der Schlaganfallrehabilitation hinaus. In unserer Klinik beobachten wir deutliche Therapieerfolge bei unterschiedlichen neurologischen Erkrankungen und den damit verbundenen Funktionseinschränkungen – darunter Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Hirntumorerkrankungen sowie Querschnittlähmungen. Besonders die messbaren Funktionsverbesserungen in Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit unterstreichen den zentralen Stellenwert der robotergestützten Gangtherapie mit der Lyra. Indem die gezielte Verbesserung der Gehfähigkeit im Fokus steht, stärkt das intensive kardiopulmonale Training zugleich die allgemeine Belastbarkeit und trägt zur Prophylaxe von Kontrakturen, Pneumonien und Thrombosen bei. Damit etabliert sich die Lyra als ganzheitliches Therapieinstrument, das die Rehabilitation entscheidend unterstützt und die Lebensqualität der Patient:innen nachhaltig verbessert.
„Seit ich mit der Lyra trainiere, habe ich endlich wieder das Gefühl, mich wirklich zu bewegen. Die ständigen Spannungen und Schmerzen durch das viele Sitzen sind deutlich weniger geworden. Und das Schönste: Ich kann jetzt mit meinem Unterarmrollator viel länger gehen als früher – endlich spüre ich wieder Fortschritt.“
Die lyra-Integration schafft nachhaltige Gangreha im Ganglabor
Durch die Integration der THERA-Trainer Lyra in das Ganglabor kann ihr volles Potenzial optimal genutzt werden. Dabei handelt es sich nicht um ein einzelnes Gerät, sondern um ein durchdachtes, robotikgestütztes Therapiekonzept, das drei Systeme gezielt miteinander verbindet. Alle Geräte sind fest in ein gemeinsames Behandlungskonzept eingebunden – abgestimmt auf den jeweiligen Funktionszustand und den Genesungsverlauf der Patient:innen. So entsteht eine moderne, ganzheitliche Form der Gangrehabilitation, die nachhaltige Fortschritte ermöglicht.
Anja Röck
Physiotherapeutin (B.Sc.)
Anja Röck ist Physiotherapeutin (B.Sc.) im SRH Gesundheitszentrum Waldbronn und spezialisiert auf Neurorehabilitation. Sie betreut Physiotherapie-Studierende und ist Mitglied des Teams „Innovation und Forschung in der Therapie“ der SRH Gesundheitszentren Nordschwarzwald.
Pascal Benz
Sportwissenschaftler (Mag.)
Pascal Benz ist Sportwissenschaftler (Mag.) mit über zehn Jahren Erfahrung in der Neurorehabilitation. Gemeinsam mit Anja Röck hat er das Ganglabor aufgebaut und erfolgreich in den klinischen Alltag integriert. Auch er gehört dem Team „Innovation und Forschung in der Therapie“ an, das wissenschaftliche Erkenntnisse gezielt in die Praxis überträgt. So verbindet er Forschung und Klinikalltag, um innovative Therapieansätze in der Neurorehabilitation voranzutreiben.
References:
- Deutsche Gesellschaft für Neurorehabilitation. (2015). S2e-Leit linie: Rehabilitation der Mobilität nach Schlaganfall (ReMoS). Retrieved from https://remos.dgnr.de
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