Erfahren Sie, wie gezieltes Kraft- und Ausdauertraining mit Geräten wie THERA-Trainer tigo, balo und lyra die Mobilität und Lebensqualität älterer Menschen fördern kann.
Tatsache ist, dass es physiologische Veränderungen im Alter gibt und jeder mehr oder weniger davon betroffen ist. Diese physiologischen Veränderungen sind unter anderem eine Abnahme der muskulären Leistungsfähigkeit durch Reduktion der Kapillaren und Mitochondrien und Reduktion der Muskelmasse. Ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Muskulatur um ca. 0,8 % jährlich ab, die Muskelkraft nimmt zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr um ca. 1,5 % im Jahr, danach um ca. 3 % ab (Sarkopenie). In einer neuen Metaanalyse wurden Prävalenzen zwischen 9 % und 51 % bei Personen über 60 Jahren gefunden [5]. Mit zunehmendem Alter nehmen vor allem die Typ-2-Fasern (schnell arbeitende Fasern) ab, die Anzahl der Motoneurone verringert sich und wir finden eine Zunahme des Fettanteils im Muskel [1, 3, 7]. Eine verringerte Muskelkraft der unteren Extremitäten ist mit einem höheren Sturzrisiko und einer geringeren Ganggeschwindigkeit assoziiert.
Der Erhalt der Muskelgesundheit im Alter ist möglich durch regelmäßiges Krafttraining plus proteinreiche Ernährung. Senioren sollten dreimal in der Woche trainieren und die Trainingseinheit sollte 20 bis 45 Minuten dauern. Aufwärmen und Cool Down sollten länger sein als bei jungen Trainierenden. Optimale Aufwärmaktivitäten sollten 15 bis 20 Minuten dauern, während 10 bis 15 Minuten für die Abkühlphase vorgesehen sind. [4] Entscheidend für den Erfolg des Trainings ist natürlich die Kontinuität. Das bedeutet, dass Therapeuten für Senioren Situationen schaffen müssen, damit auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kommt.
Wie kann dies sinnvoll praktisch umgesetzt werden? Mit einem Bewegungstrainer wie dem THERA-Trainer tigo kann sowohl in der häuslichen Umgebung als auch im Seniorenheim ideal trainiert werden. Wichtig ist es dabei, gezielt vorzugehen.
Beim Ausdauertraining sollte mit wenig Widerstand, aber lange – 15 Minuten und länger – trainiert werden. Dies kann auch im Intervalltraining erfolgen, also mit kurzen Pausen von z. B. 5 Minuten und einem anschließenden weiteren Intervall. Selbstverständlich sollte bei bestimmten Vorerkrankungen z. B. im Herz-Kreislauf-Bereich auf Wattangaben ggf. vom Kardiologen geachtet werden. Auch ist zu beachten, dass gerade bei geriatrischen Patienten oft Betablocker verordnet sind, sodass ein pulsgesteuertes Training oftmals nicht oder nur bedingt sinnvoll ist. Ansonsten sollte mit einem versierten Therapeuten das Ausdauertraining individuell festgelegt werden. Bei einem regulären Ausdauertraining wird mit drei Intervallen gearbeitet.
Sowohl beim Ausdauer- als auch beim Krafttraining muss vorher gut überlegt werden, ob Arme, Beine oder beides trainiert werden soll. Sicher muss für das Gehen eher die Kraft der Beine trainiert werden, aber beim Ausdauertraining kann mit Arm- und Beinaktivität geübt werden und gegen Stürze ist auch die Armkraft ein wichtiger Faktor. So muss ein Training mit einem Bewegungstrainer gut überlegt werden, individuell und gezielt erfolgen, um auch wirklich den größten Nutzen für den Patienten zu erzielen.
Wir sollen an der Leistungsgrenze trainieren. Denn nur dann erzielen wir die bestmöglichen Erfolge. Was bedeutet dies nun in der Geriatrie, wo gerade nicht immer über den Puls die Belastung gesteuert werden kann? Anzeichen, ob ein älterer Mensch sich gerade wirklich belastet bzw. genügend trainiert, sind:
-Erhöhung der Atemfrequenz – außer Atem kommen
-Gesichtsröte
-Schwitzen
Entscheidend ist immer, dass die Trainierenden eine Rückmeldung über die erreichten Fortschritte bekommen. Wenn die Patienten Erfolge erzielen, wird unter anderem auch der wichtige Neurotransmitter Dopamin ausgeschüttet, der aufhellend wirkt und wieder beim motorischen Lernen hilft. Diese Erfolge können wir auch ohne Geräte erzielen, allerdings müssen wir Therapeuten oder auch die Angehörigen dann für die nötigen Rahmenbedingungen sorgen. Lustige und aufmunternde Atmosphäre, viel Lob und ein wenig Wettkampfcharakter sind auch hier hilfreich für die Motivation der Patienten in der Geriatrie. Die betreuenden Personen sollen viel loben und den Trainierenden ganz klare, an Zahlen orientierte Verbesserungen rückmelden. [6]
Personen, die alleine nicht stehen können, können sehr gut in einem Balancetrainer, z. B. THERA-Trainer balo, trainieren. Sowohl ein effektives Herz-Kreislauf-Training, ein Krafttraining als auch ein gezieltes Gleichgewichtstraining ist mit dem balo möglich. Sowohl im balo als auch im coro ist besonders ein reaktives Gleichgewichtstraining möglich. Primär Probleme mit dem reaktiven Gleichgewicht haben Parkinson-Betroffene, aber auch andere geriatrische Patienten. Dies kann man mit dem Pull-Test prüfen. Dabei steht der Patient, der Therapeut zieht ihn (leicht) an den Schultern nach hinten und lässt schnell wieder los. Der Betroffene muss Ausgleichsschritte machen. Fällt ihm dies schwer, kann er Ausgleichsschritte gut mit balo oder coro in einer gesicherten Umgebung trainieren. Idealerweise wird in der Sagittalebene trainiert; das bedeutet, dass Schritte nach vorne und nach hinten gemacht werden.
Stellt man den Federwiderstand stärker ein, kann gezielt Kraft z. B. auch in Schrittstellung trainiert werden. Für das Gehen wird folgende Muskulatur besonders benötigt:
-Fußheber – Training hinter der Senkrechten aktiviert Fußheber
-Wade – Abdrücken des Körpers nach vorne
-Oberschenkel – einbeinige Kniebeugen
Generell können mit dem balo auch Aufstehübungen für den Transfer gemacht werden. Dabei ist es leichter, erst vom Stehen Richtung Sitz und wieder nach oben zu kommen, in kleinen Schritten und mit viel repetitivem Üben zu trainieren. Später übt man das Aufstehen vom Sitz auch mit Hochziehen z. B. am Tisch oder auch mit Hilfe des Gurtsystems. Aufstehen mit Stütz an den seitlichen Holmen kann ein Ziel bei fitteren Patienten sein.
Natürlich hat der balo auch alle Vorteile, die ein gewöhnlicher Stehtrainer mit sich bringt:
-Kontrakturprophylaxe
-Pneumonieprophylaxe
-Thromboseprophylaxe
-verbesserte Wachheit und damit verbesserte Aufmerksamkeit und Kognition
Balo und tigo sind Geräte, die in keinem Pflegeheim z. B. in einem kleinen Übungsraum/Fitnessraum fehlen dürfen. Bei Platzmangel und für eine verbesserte Aufsicht kann beides auch auf dem Flur stehen.
Ein Wort zum Gangtraining mit lyra in der Geriatrie: Je nach Bedarf kann man damit das Gehen trainieren, z. B. bei Patienten, die nach langer Immobilisation durch Operation oder auch bei internistischen Problemen zu lange gelegen haben und dadurch auch mit Hilfsmitteln nicht mehr gehen können. Ist das Ziel, diese geriatrischen Patienten wieder zum Gehen zu bringen, ist die lyra das richtige Trainingsgerät und dann muss folgende Vorgehensweise beachtet werden: Möglichst viel – möglichst häufig – mindestens jedoch dreimal wöchentlich.
Steht die Gangausdauer im Vordergrund kann dies durch Intervalltraining auch in der lyra trainiert werden; genauso auch Ganggeschwindigkeit, Gleichgewicht und Dual Task. Um die Ganggeschwindigkeit zu trainieren, sollte die lyra so schnell wie möglich eingestellt werden. Dabei muss in der Geriatrie die Leistungsgrenze beachtet werden (s. oben). Beim Gleichgewichtstraining darf sich der Patient höchstens noch an einem Theraband oder ähnlichem festhalten. So sind lyra, balo und tigo sehr gute Trainingsgeräte, die gezielt in der Geriatrie eingesetzt werden sollten.
- Brown WF (1972). A method for estimating the number of motor units in thenar muscles and the changes in motor unit count with ageing. In: Journal of neurology, neurosurgery, and psychiatry.
- Liu CJ, Latham NK (2009). Progressive resistance strength training for improving physical function in older adults. In: The Cochrane database of systematic reviews (3), CD002759.
- Nair KS (2005). Aging muscle. In: The American journal of clinical nutrition 81.
- Nayak N, Randall K, Shankar K (1999). Exercise in the elderly. In: Shankar K, editor. Exercise prescription. Philadelphia: Hanley & Belfus; 1999. p 333-4.
- Papadopoulou SK, Tsintavis P, Potsaki P, Papandreou D (2020). Differences in the Prevalence of Sarcopenia in Community-Dwelling, Nursing Home and Hospitalized Individuals. A Systematic Review and Meta-Analysis. In: The journal of nutrition, health & aging.
- Rosenzweig MR (1966). Environmental complexity, cerebral change, and behavior. In: The American psychologist 21 (4), S. 321-332.
- Verdijk LB, Koopman R, Schaart G, Meijer K, Savelberg HH, van Loon LJC (2007). Satellite cell content is specifically reduced in type II skeletal muscle fibers in the elderly. In: American journal of physiology. Endocrinology and metabolism.
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