Eine neue Studie zeigt: Zyklisches Bewegungstraining in der Akutphase nach Schlaganfall steigert Muskelkraft, Gleichgewicht und Gehgeschwindigkeit spürbar. Erfahren Sie, wie Bewegungstrainer die Rehabilitation im Krankenhausalltag sinnvoll ergänzen können.
Die Rehabilitation nach einem Schlaganfall spielt eine entscheidende Rolle für die Wiederherstellung der Muskel- und Bewegungsfunktionen und kann die Behinderungsrate signifikant senken. Studien belegen, dass die optimale Erholungsphase innerhalb der ersten sechs Monate nach einem Schlaganfall liegt, wobei eine frühzeitige Rehabilitation die neuroplastischen Effekte potenzieren kann. Verschiedene Interventionen, wie hochrepetitive robotergestützte Therapien, Selbstmanagement-Programme und aerobes Training, haben sich in der subakuten und chronischen Phase als wirksam erwiesen. In der akuten Phase im Krankenhaus ist die Frühmobilisierung von zentraler Bedeutung, welche das frühzeitige Aufsitzen, Stehen und Gehtraining umfasst.
Die randomisierte klinische Studie wurde vom Ethikkomitee der Irmandade Santa Casa de Misericórdia de Porto Alegre Hospital genehmigt und im brasilianischen ClinicalTrials Registry registriert. Die 20 Probanden wurden in eine Kontrollgruppe (CG) und eine Interventionsgruppe (IG) randomisiert. Die CG absolvierte zwei tägliche Sitzungen konventioneller Physiotherapie, während die IG eine tägliche Sitzung konventioneller Physiotherapie plus eine tägliche Sitzung mit dem Fahrradergometer durchführte. Beide Gruppen führten die Interventionen über fünf Tage durch. Die Randomisierung erfolgte im Verhältnis 1:1 mittels versiegelter und fortlaufend nummerierter Umschläge.
Einschlusskriterien waren Teilnehmer, die ihren ersten Schlaganfall erlitten hatten, älter als 40 Jahre waren, eine Hemiparese oder Hemiplegie durch einen ischämischen Infarkt im Mediastromgebiet aufwiesen und auf Instruktionen adäquat reagieren konnten. Ausschlusskriterien waren hämodynamische Instabilität, ein Glasgow-Wert ≤ 8, bilaterale oder Hirnstammläsionen, pathologische Veränderungen im Elektrokardiogramm, die die Durchführung des Protokolls ungültig machen könnten, klinische Anzeichen eines neuen Schlaganfalls sowie vorherige kognitive und muskuloskelettale Funktionsstörungen wie geringe Verständigungsfähigkeit oder Gelenkverletzungen, die die Mobilität beeinträchtigen könnten.
In den Auswertungen fanden sich keine Berichte über Instabilität oder Unwohlsein während der Anwendung des Protokolls. In der Analyse der Muskelkraft der unteren Gliedmaßen, dem primären Endpunkt der Studie, gab es eine signifikante Verbesserung zwischen der Vor- und Nachuntersuchung in der IG. In der Intragruppenanalyse zeigte sich eine signifikante Verbesserung nur in der IG, in allen bewerteten Muskelgruppen, sowohl auf der paretischen als auch auf der nicht-paretischen Seite. Dies zeigte sich auch in der Effektgrößenanalyse.
Im 10-Meter-Gehtest (10MWT) und in der Berg Balance Scale (BBS) gab es nur in der IG eine Intragruppendifferenz, sowie eine Intergruppen-differenz mit besseren Ergebnissen für die IG. Bezüglich der ICU Mobility Scale und des Perme Score gab es eine Intragruppendifferenz in beiden bewerteten Gruppen mit einer Verbesserung. Auch in der Intergruppenanalyse zeigte sich, dass die IG bessere Ergebnisse im Vergleich zur CG erzielte.
Die Ergebnisse zeigen, dass Patienten durch das Bewegungstraining eine durchschnittliche Gehgeschwindigkeit von 0,65 m/s erreichten, was eine signifikante klinische Verbesserung darstellt. Gesunde ältere Menschen haben eine Gehgeschwindigkeit von mindestens 0,8 m/s, und die frühe Rehabilitation mit dem Bewegungstrainer konnte Werte nahe an diesen und damit höher als erwartet bei Schlaganfallpatienten erreichen.
Im Rahmen der Studie konnte, bedingt durch das Setting im Akutkrankenhaus, keine vollständige Verblindung gewährleistet werden. Außerdem umfasste die Studie nur Patienten mit ischämischem Schlaganfall, sodass die Ergebnisse nicht auf Patienten mit hämorrhagischem Schlaganfall übertragen werden können. Zudem ist mit einer kleinen Stichprobe gearbeitet worden. Zukünftige Forschung sollte sowohl ischämische als auch hämorrhagische Schlaganfallpatienten einschließen und als multizentrische Studie mit einer größeren Stichprobe durchgeführt werden, um die Aussagekraft zu erhöhen.
- da Rosa Pinheiro DR, Cabeleira MEP, da Campo LA, Corrêa PS, Blauth AHEG, Cechetti F. Effects of aerobic cycling training on mobility and functionality of acute stroke subjects: A randomized clinical trial. NeuroRehabilitation. 2021;48(1):39-47. doi: 10.3233/NRE-201585. PMID: 33386826.
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