Ein evidenzbasierter Bezugsrahmen für koordinierte, lebensnahe und personenzentrierte Versorgung
• Ganzheitliche und personenzentrierte Rehabilitation, die physische, kognitive, psychosoziale und partizipative Aspekte gleichermaßen adressiert.
• Lifelong Care, also lebenslange rehabilitative Unterstützung, die sich an den individuellen Bedarfen und Zielsetzungen orientiert.
• Koordination und Kontinuität der Versorgung, unterlegt durch einen Single Point of Contact (z. B. Key Contact oder Case Manager) zur Navigation durch das Versorgungssystem.
• Multidisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Gesundheit, Sozial- und Community-Dienstleistungen, einschließlich freiwilliger und gemeinnütziger Sektoren.
Ziel ist es, Ungleichheiten in der Versorgung zu reduzieren, Übergänge zwischen Versorgungsbereichen zu glätten und für alle Betroffenen konsistent hohe Standards zu etablieren.
Individuelle Programme und Zielvereinbarung
Die Leitlinie empfiehlt die gemeinsame Entwicklung eines körperlichen Aktivitäts- und Übungsprogramms zwischen Fachperson und Betroffenem, um Muskelkraft, Ausdauer und körperliche Funktion zu optimieren. Dabei sollen Faktoren wie Fatigue, Schmerzen, kognitive Einschränkungen und das Risiko möglicher Schäden berücksichtigt werden. Supervision, Selbstübungen und lokale Angebote sollen je nach Bedarf kombiniert werden, und die Übungsdosis (Häufigkeit, Dauer, Intensität) klinisch relevant vereinbart werden.
Funktionell orientierte Bewegungsförderung
Für Personen mit funktionellen neurologischen Störungen werden Aktivitäten empfohlen, die zielorientierte, geplante Bewegung fördern und gleichzeitig die Symptomwahrnehmung anerkennen, aber die Aufmerksamkeit auf das Erreichen funktioneller Ziele lenken.
Programme zur körperlichen Aktivität sollten von Fachpersonen mit Expertise in Übungsprogrammen entwickelt und überwacht werden, etwa Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten mit neurologischem Fokus.
Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz verhaltensbezogener Strategien, einschließlich kognitiver Verhaltenstherapie, motivationaler Interviewtechniken oder interventionsbasierter Ansätze, zur Unterstützung einer lebenslangen Aktivitäts- und Übungsbeteiligung. Barrieren wie soziale, kulturelle oder strukturelle Hindernisse sollen gemeinsam identifiziert und adressiert werden.
Gezielte Trainingsprogramme
Bei Problemen mit Stabilität, Mobilität oder Gliedmaßenfunktion empfiehlt die Leitlinie spezifische, zielgerichtete Trainingsansätze, darunter:
• Funktionsorientiertes Training und aufgabenbasiertes Training (z. B. Gangtraining, Gleichgewichtsübungen, sensomotorische Aufgaben).
• Treadmill- und robotergestütztes Gangtraining, um sowohl Mobilität als auch Ausdauer zu fördern.
• Einsatz von Robotik und Spielmodi zur Verbesserung der Motivation und Trainingsqualität, wo verfügbar.
Die Leitlinie betont die Integration dieser Übungen in den Alltag – zu Hause und in der Gemeinschaft – und empfiehlt, klare Trainingsprogramme zu vereinbaren, die auch unabhängig oder mit Unterstützung von Familie und Betreuungspersonen durchgeführt werden können.
Die Leitlinie unterstreicht zugleich, dass erfolgreiche Umsetzung nicht von allein geschieht: Sie erfordert ressourcenstarke, koordinierte Gesundheitssysteme, politisches Engagement, Ausbildung und Ausbau der rehabilitativen Fachkräfte sowie ausreichende Finanzierung, um die empfohlenen personenzentrierten, integrierten und lebenslangen Versorgungsmodelle realisieren zu können.
- www.nice.org.uk/ guidance/ng252
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