icon-contact-phone
icon-contact-mail
icon-contact-search
Menü
THERAPIE & PRAXIS
Bewegungstherapie bei Hämodialysepatienten

Ein unterschätzter Baustein der Versorgung

Author
Jakob Tiebel
Unternehmensberater Gesundheitswesen
Hämodialyse rettet Leben – doch für viele Patient:innen bedeutet sie zugleich einen schleichenden Verlust an körperlicher Leistungsfähigkeit, Selbstständigkeit und Lebensqualität. Was lange als unvermeidliche Begleiterscheinung galt, rückt zunehmend in ein anderes Licht: Gezielte Bewegung ist ein entscheidender Schlüssel, um Hospitalisierungen zu verkürzen und funktionellen Abbau aufzuhalten. Ein kürzlich erschienener Fachartikel zeigt, warum Bewegungstherapie bei Dialysepatient:innen weit mehr ist als ein „Nice-to-have“ – und weshalb sie dennoch noch immer nicht selbstverständlich zur Versorgung gehört.
Patient:innen mit chronischer Niereninsuffizienz unter Hämodialyse gehören zu den besonders vulnerablen Gruppen. Sie haben ein erhöhtes Risiko für komplizierte und langwierige Krankheitsverläufe und zeigen häufig schon in vergleichsweise jungen Jahren ein geriatrisches Erscheinungsbild im Sinne von Frailty. Funktionelle Einschränkungen, verminderte Belastbarkeit und eine höhere Hospitalisierungsrate sind die Folge. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Bewegungstherapie zunehmend an Bedeutung. Wie unter anderem die DiaTT-Studie belegt, kann ein strukturiertes körperliches Training bei Dialysepatient:innen klinisch relevante Effekte erzielen. Insbesondere ließ sich eine signifikante Reduktion der Krankenhausverweildauer nachweisen. Bewegungstherapie wirkt dabei nicht nur auf die körperliche Leistungsfähigkeit, sondern trägt auch zur Stabilisierung des allgemeinen Gesundheitszustands und zur Erhaltung der Selbstständigkeit bei.

Der kürzlich in der Fachzeitschrift Nieren- und Hochdruckkrankheiten erschienene Artikel greift dieses Thema umfassend auf. Autorin Kerstin Anding-Rost, die auch maßgeblich an der DiaTT-Studie beteiligt war, diskutiert darin bewegungstherapeutische Interventionen sowohl während der Dialysebehandlung als auch als häusliche Trainingsprogramme. Vorgestellt werden geeignete Trainingskonzepte, deren individuelle Anpassung sowie Möglichkeiten der strukturierten Verlaufskontrolle.

Besonderes Augenmerk legt der Beitrag auf die Notwendigkeit einer qualifizierten Anleitung und Begleitung durch entsprechend geschultes Fachpersonal, um Sicherheit und Wirksamkeit der Maßnahmen zu gewährleisten. Trotz der gut belegten positiven Effekte bleibt die Frage der Vergütung bislang ungelöst und stellt eine zentrale Barriere für die breite Umsetzung dar. Ungeachtet dessen macht der Artikel deutlich, dass Bewegungstherapie als integraler Bestandteil der Versorgung von Hämodialysepatient:innen verstanden werden sollte, um Prognose, Funktionsfähigkeit und Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Dialyse verlängert das Leben – Bewegung entscheidet darüber, wie dieses Leben aussieht.
Author
Jakob Tiebel
Unternehmensberater Gesundheitswesen
Jakob Tiebel, Ergotherapeut, Studium in angewandter Psychologie mit Schwerpunkt Gesundheitswirtschaft. Klinische Expertise durch frühere therapeutische Tätigkeit in der Neurorehabilitation. Forscht und publiziert zum Theorie-Praxis-Transfer in der Neurorehabilitation und ist Inhaber von einer Agentur für digitales Gesundheitsmarketing.
References:
  1. K. Anding-Rost, C. Grupp (2025). Exercise therapy in hemodia lysis patients. Nieren- und Hochdruckkrankheiten 54: 261–267. https://www.dustri.com/nc/de/article-response-page. html?artId=192212&doi=10.5414%2FNHX02471&abstractLang=en

Verwandte Inhalte

Icon_Call_sized

Meet our specialists.

Are you interested in our solutions? Schedule a meeting with a Consultant to talk through your strategy and understand how TEHRA-Trainer can help you to advance rehabilitation.








    * Pflichtfelder


    Keep up to date.
    Subscribe to the THERA-Trainer newsletter and get all the latest news.